Osterbrunnen 2026 in Wolfertschwenden | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Osterbrunnen 2026 in Wolfertschwenden

Auch in Wolfertschwenden gibt es einen festlich geschmückten Osterbrunnen, der zu einem Spaziergang an Ostern einlädt. Uber den schmucken Osterbrunnen freuten sich (von links) Heidi Medwed, OGV-Vorstand Karl Wölfle, Lucia Sinner. Ruth Kuhn, Hansjörg Medwed und Anne Schugg.

Die Tradition der mit viel Winterhartem Grün, bunt leuchtenden Bändern und unzähligen, farbigen Eiern geschmückten Osterbrunnen geht auf die Dankbarkeit für das knappe Gut „Wasser“ in den wasserarmen Hochebenen der Fränkischen Schweiz zurück, wo ab Anfang des 20. Jahrhunderts die die wasserspeienden Kunstwerke nach einem langen Winter zuerst gründlich gereinigt und während der Karwoche mit bemalten Eiern und bunten Schleifen festlich geschmückt wurden: Damit sollten die Brunnen als Lebensquell geehrt, der aufkeimende Frühling begrüßt und die Auferstehung Christi symbolisiert werden. Dem frischgeschöpften, österlichen Wasser wurde stets eine große Heil- und Segenwirkung zugeschrieben. Der farbenfrohe Brauch fand insbesondere bei zahlreichen heimischen Obst- und Gartenbauvereinen (OGV) immer mehr Nachahmer, die seit vielen Jahren nun auch in ihren Orten die schönsten Brunnen festlich schmücken.

In Wolfertschwenden etwa ließen OGV-Ehrenvorstand Peppo Vögle mit seiner Frau Toni den Brauch erstmals 2009 aufleben: Weil das erste, anfangs selbst zusammengezimmerte Gestell beim Sturm nicht standfest war, ließ der Verein im nächsten Jahr von der Bad Grönenbacher Schlosserei Ohneberg eine aus fünf dicken Zoll-Rohren edel geformte, fünfstrahlige Krone zusammenschweißen und verzinken. Mit viel Grün wird diese umwickelt und nach dem Aufstellen mit fast 1.000 bunten Eiern - an Schnüren aufgefädelt - verziert. Weil die Farbe der Eier von der Frühlingssonne ausgebleicht wird, müssen diese alle fünf Jahre erneuert werden. Bislang war Buchs immer das Mittel der Wahl, mit dem die Krone eingekranzt wurde. Weil die gefräßigen Raupen des Buchsbaumkäfers das wintergrüne Gewächs vielerorts restlos zusammengefressen hatten, wurden diesmal laut dem Vorsitzenden des OGV, Karl Wölfle, hauptsächlich mehrfarbiger Tuja verwendet.

Im örtlichen Bauhof waren zeitgleich rund 30 OGV-Mitglieder, meist kreative Frauen, aber auch einige Männer im Einsatz: Bei einem Trupp werden kleine Palmboschen gebunden, die am Palmsonntag in der Kirche geweiht werden und anschließend das ganze Jahr über die Kreuze am Herrgottswinkel zieren.

Von der er zweiten Gruppe wurden die immergrünen Büschelchen auf eine einheitliche Länge zugeschnitten, mit denen die gebogenen Rohre der über zwei Meter hohen, wohlgeformten Krone anschließend fest umwickelt werden. Mittags brachten die Bauhofmitarbeiter die Krone zum Kirchplatz und hoben sie mit dem Kranwagen auf den kreisrunden Brunnen, der nach dem Bau des Kindergartens im Jahr 2002 einst errichtet wurde. Erst kurz vor dem Maibaumaufstellen wird die Krone am Osterbrunnen dann wieder abgebaut.

In Ottobeuren wurde vom katholischen Frauenbund der über drei Meter breite, quadratische Brunnen mit seinen abgeschrägten Kanten an der Bahnhofstraße jahrelange mit einer geradezu gigantisch-riesigen, achtstrahligen Krone verziert: Den außergewöhnlich schönen Osterbrunnen gab es seit 2012 vor der Genossenschaftsbank in Ottobeuren, der – mit den hohen Türmen der weltberühmten Basilika im Hintergrund – bis zum vergangenen Jahr einen Blickfang und beliebtes Fotomotiv darstellte. Da im vergangenen Jahr der Brunnen allerdings einer einen Staudenbeet weichen musste, gibt es in der Marktgemeinde heuer nur noch einen kleinen Osterbrunnen vor der Evangelischen Kirche. Der Frauenbund überlegt jedoch, fürs kommende Jahr einen neuen Platz zu suchen.

In Bad Grönenbach wurde auch heuer wieder der Kneippbrunnen vor dem Haus des Gastes von den Mitgliedern des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins eingekranzt: In kleinen Ortteil Seefeld konnten sogar noch unbeschädigte Buchsbäumchen ausfindig gemacht werden, sodass hier den sitzenden Kneipp auch in diesem Jahr das traditionelle, dunkle Grün ziert.

Auch Legau schmückt jedes Jahr seinen hohen Marienbrunnen, der westlich des Rathauses thront. Seit vielen Jahren organisierte dies die ehemalige Ortsbäuerin Marlene Riefer.

Der OGV Niederdorf schmückt seit nunmehr acht Jahren den örtlichen Brunnen am Radweg, aus dem den Sommer über die vorbeifahrenden Radfahrer ihre Flaschen mit Trinkwasser füllen können. Auch viele kleinere Brunnen, wie etwa inmitten von Böhen, werden zum Palmsonntag mit viel winterhartem Grün und vielen bunten Eiern verziert.

Franz Kustermann (Verfasser des Artikels mit Fotos)