Am Samstag, 09.05.25 fand um 19:00 Uhr in der Aula unserer Grundschule das traditionelle Muttertagskonzert des Vokalensembles Memmingen statt. Allen Besucherinnen und Besuchern wurde ein musikalischer Hochgenuss zuteil. Rund 30 junge Sängerinnen und Sänger zogen vor voll besetzten Plätzen das Publikum mit Interpretationen von alten bis zeitgenössischen Musikstücken in den Bann. Aufgrund des breit gefächerten Programms war für jede/n was dabei!
Bereits mit dem ersten Stück von Mark Burrows „I am Song“ gelang ein perfektes „Opening“, dass das Publikum so richtig begeistert hat und am Klavier von Lisa Kuhn und an der Violine von Alexandra Markert begleitet wurde. Dieses keltisch inspirierte Original ist ein außergewöhnliches Zeugnis für die Musik, ein mächtiges Werkzeug für den menschlichen Ausdruck. Der überzeugende Text kommt aus der einzigartigen Perspektive des Liedes selbst: "Ich bin der Funke, der in dir glüht ... die Stimme, die in dir wächst ... die Hoffnung, die in dir entspringt ... die Wahrheit, die in dir erklingt."
Im ersten Teil wurde es dann richtig herausfordernd für die Sängerinnen und Sänger: Sie präsentierten ein Programm durch drei verschiedenen Epochen (u. a. der Renaissance), das sie in diesem Jahr beim Bayerischen Chorwettbewerb in Bamberg im November aufführen werden. Das Programm ist gesanglich und technisch überaus schwierig und forderte den Sängerinnen und Sängern ihr gesamtes Können und vor allem eine hohe Konzentration ab. Bei dem Stück „Father Thunder“ der lettischen Komponistin und Sängerin Laura Jekabsone waren nicht nur Hände und Füße mit im Einsatz. Das Werk zeichnet sich durch realistische Natureffekte aus, die direkt vom Chor erzeugt werden. Durch den Einsatz von Stampfen und Schnipsen der Sängerinnen und Sänger werden Regen, Donner und Blitzeinschläge akustisch imitiert. Das Stück ist überaus faszinierend und sehr beeindruckend, da es die Kraft eines Gewitters musikalisch darstellt.
Die Interpretation des Musikstücks „Es führt über den Main, eine Brücke aus Stein“ von Stefan Claas hat nicht nur mich als Fränkin begeistert. Jeder Franke kennt dieses Lied. Es ist eng verwandt mit dem französischen Lied "Sur le Pont d'Avignon", verfolgt jedoch einen inhaltlich ernsteren, volkskundlichen Hintergrund. Das Lied greift das mittelalterliche Motiv des Totentanzes auf, in dem der Tod alle Menschen – unabhängig von ihrem Stand (König, Mädchen, Fuhrmann) – zum Tanz auffordert.
Nach der Pause erschien ein „neuer junger Star“ am Künstlerhimmel: Julian Gemmes überzeugte mit seinen auf einem Handpan gespielten Songs (darunter ein selbst komponierter). Wow, das war so richtig beeindruckend! Handpan? - Wer hat’s erfunden? - Natürlich ein Schweizer! Für die meisten wirkt die Handpan wie ein uraltes Musikinstrument aus einer fernen, mystischen Welt! Beim Handpan handelte es sich um eine Kombination aus Steel Drum und Ghatam.
Beschwingt und heiter setzte der Chor mit internationaler Folklore, Golden Oldies und Italo Pop fort.
Nicht nur die Folk Songs waren technisch äußerst schwierig aufgrund der vielfachen Wechsel in Tempi und Rhythmen, von den sprachlichen Herausforderungen mal abgesehen. Dennoch gelang dem Vokalensemble Memmingen eine stimmige, perfekte a cappella Umsetzung.
Der Chor begeisterte das Publikum nicht nur durch herausragende Solistinnen und Solisten, die hochkonzentriert und mit voller und sicherer Stimme das Publikum richtig in den Bann zogen, sondern agierte auch mit Reinheit und Harmonie als einheitlicher Klangkörper. Neben reinem a cappella Gesang waren auch Songs mit Klavier- und Schlagzeugbegleitung hören. Am Klavier zeigte Lisa Kuhn jeweils wahre Meisterleistungen, was auch für den Schlagzeuger Micha Seber und Julian Gemes gilt. Piano und Schlagzeug untermalten perfekt die herausragenden Chorleistungen.
Mit dem Stück „Mamma Maria“ von ricchi e poveri fand das Konzert einen schwungvollen Abschluss.
Unter Leitung der Chorleiterin, Frau Heidi Zapf, wurde allen Zuhörerinnen und Zuhörern ein technisch anspruchsvolles, aber auch mitreißendes Programm geboten. Frau Zapf dirigierte durchwegs souverän und spornte so die Sängerinnen und Sänger von Stück zu Stück zu Höchstleistungen an. Durch Moderation von Herbert Wolf erhielt das ganze Konzert noch ergänzende Hinweise und somit die optimale Abrundung.
Das begeisterte Publikum spendete langanhaltenden Applaus für die Künstlerinnen und Künstler und wurde letztendlich noch durch eine Zugabe des Chores dafür belohnt!
Es war eine eindrucksvolle Darstellung musikalischer Kunst, wo Freude und Leidenschaft von den Künstlern auf das Publikum übergesprungen ist - ein einzigartiger musikalischer Hörgenuss! Ich kann nur allen empfehlen, eines der nächsten Konzerte dieses herausragenden Chors zu besuchen.
Für den im November 2026 anstehenden Chorwettbewerb darf ich den Sängerinnen und Sängern und der Leiterin viel Erfolg wünschen! Die Herzen des Publikums in Wolfertschwenden flogen allen zu, und die Wertung wäre m. E. eindeutig ausgefallen: Platz 1 für diese grandiose Leistung!
Ich wünsche allen heute am 10.05.26 einen schönen, sonnigen Muttertag! Dazu möchte ich meinen Bericht zum diesjährigen Muttertagskonzert mit der ersten Strophe des Gedichts „Deine Mutter“ des Lyrikers Friedrich Wilhelm Kaulisch (1827 - 1881) schließen:
„Wenn Du noch eine Mutter hast, so danke Gott und sei zufrieden; nicht allen auf dem Erdendrund ist dieses hohe Glück beschieden".“